|
Aussehen Die Männchen sind meist tiefschwarz gefärbt, die Weibchen dunkelbraun bis schwarz. Sie besitzen mächtige, nach vorne gerichtete Kieferklauen (Cheliceren) mit orthognather Stellung, was sie als «vogelspinnenartig« kennzeichnet. Jungtiere sind oft auffallend heller gefärbt.
Lebensraum Die Gemeine Tapezierspinne lebt überwiegend an trockenen, sonnigen und wärmebegünstigten Standorten wie felsigen Hängen, sonnigen Waldrändern sowie in lichten Kiefern- oder Eichenwäldern und Heidegebieten. Sie baut ihre Wohnröhre meist in sandigen oder kalkhaltigen Böden, oft an Hängen oder Böschungen.
Lebensweise Die Spinne gräbt sich eine senkrechte Wohnröhre im Boden, die mit Spinnseide ausgekleidet ist. Ein oberirdischer Fangschlauch liegt sichtbar auf dem Boden und dient der Beutefangstelle. Sobald ein Insekt über diesen Schlauch läuft, ergreift die Spinne es durch die Schlauchwand mit den Cheliceren und zieht es in die Röhre hinein. Die Art kann in Kolonien auftreten, und die Entwicklung bis zur Geschlechtsreife dauert mehrere Jahre.
Nahrung Gefressen werden verschiedene Insekten und andere Gliederfüßer, die über den oberirdischen Fangschlauch laufen. Dazu zählen etwa Ameisen, Käfer und Tausendfüßer. Die Jagd erfolgt nahezu ausschließlich vom Wohnröhren- und Fangschlauchsystem aus – die Spinne verlässt diese nur selten.
Sonstiges Die Gemeine Tapezierspinne gehört zur Familie der Tapezierspinnen (Atypidae) und ist damit eine der wenigen vogelspinnenartigen Spinnen Europas. Weibchen können bis zu etwa acht Jahre alt werden. Ihr unterirdisches Röhrensystem macht sie im Alltag für den Menschen nahezu unsichtbar, weshalb sie trotz ihres speziellen Lebensstils oft übersehen wird.
|