Hybride = Bastard
Aus Kreuzungen hervorgegangenes pflanzliches oder tierisches Individuum,
dessen Eltern sich in mehreren erblichen Merkmalen unterscheiden.
   Verwandschaftsverhältnisse der Grünfrösche (Hybridisierung)
Es gibt 3 recht ähnliche grüne Wasserfrösche, deren Vergleich im Gelände schwierig ist.
Es handelt sich um mittelgroße bis große Frösche, die meist grünlich gefärbt sind.
Neben der grünen Grundfarbe ist ihnen gemeinsam, dass sich ihr Leben in der Nähe eines Gewässers abspielt, das sie relativ spät laichen und zwei große äußere Schallblasen besitzen.
Man spricht auch von der Grünfroschgruppe.
Neuerdings werden die Grünfrösche in eine eigene Gattung Pelophylax gestellt.

Deutscher Name Lateinischer Name Größe
(cm)
Alte Taxa Neue Taxa
Kleiner Wasserfrosch
Kleiner Teichfrosch
Tümpelfrosch
Rana lessonae Pelophylax lessonae bis 9
Teichfrosch
Wasserfrosch
Rana esculenta Pelophylax esculentus bis 12
Seefrosch Rana rdibunda Pelophylax ridibundus bis 16

Innerhalb eines schwer zu überschauenden und nicht in allen Einzelheiten geklärten taxonomischen Komplexes handelt es sich beim Teichfrosch nicht um eine biologische Art im klassischen Sinn.

Ursprünglich entstand der Teichfrosch (Pelophylax esculentus) aus Kreuzungen zwischen Kleinem Wasserfrosch (P. lessonae) und Seefrosch (P. ridibundus) und ist somit ein Hybride .

Aufgrund besonderer genetischer Sachverhalte reproduziert sich der Kleine Wasserfrosch heute meist durch sogenannte Rückkreuzungen mit den beiden Elternarten (Teich- oder Seefrosch).

Besonders bemerkenswert sind Teichfroschpopulationen, die sich auch dauerhaft ohne die Anwesenheit beider Elternarten reproduzieren können (hybridogenetischen Hybriden), denn normalerweise sind die Nachkommen von Kreuzungen verschiedener Tierarten nicht fruchtbar.

Da Mischpopulationen auftreten und der Kleine Wasserfrosch viele Merkmale besitzt, die genau zwischen den beiden Arten Teich- und Seefrosch stehen ist eine sichere Artbestimmungen nur über genetische Untersuchungen möglich. Im Folgenden sind typische Unterscheidungsmerkmale aufgeführt, die auch ohne genetische Vergleiche im Freiland nützlich sein können:
  • Kleiner Wasserfrosch Rana lessonae bzw. Pelophylax lessonae

    • Kleine Wasserfrösche sind meist hell- oder grasgrün und vor allem in der vorderen Körperhälfte oft nur spärlich gefleckt.
    • Er bevorzugt Tümpel und Teiche mit reichlichem Pflanzenbewuchs in Wäldern oder an Waldrändern, in Mooren und in Bruchwäldern im Flach- und Hügelland.
    • Die schnarrenden Paarungsrufe werden in lauter werdenden Intervallrufen abgegeben, hören abrupt auf und sind deutlich leiser als die vom Seefrosch. Die Revierrufe werden als Einzelrufe abgegeben und sind kürzer als die Paarungsrufe.
    • Die Fersenhöcker an der Basis der kürzesten Zehe ist beim Kleinen Wasserfrosch besonders hoch und halbkreisförmig.

  • Teichfrosch Rana esculenta bzw. Pelophylax esculentus

    • Der Teichfrosch ist ganzjährig relativ eng an Gewässer gebunden, aber nicht so sehr wie der Seefrosch. Als Laich- und Wohngewässer dienen offene Stillgewässer wie Weiher und naturnahe Teiche, wo er häufig mit einer seiner Elternarten vorkommt, selten jedoch mit beiden.
    • Die Paarungsrufe sind von P. esculentus nicht so schwirrend wie bei P. lessonae sondern für das menschliche Ohr etwas deutlicher in ihren einzelnen Tonfolgen wahrnehmbar, aber doch weniger abgehackt als das „Keckern“ des Seefrosches. Der Teichfrosch ruft lauter als sein kleiner Verwandter. Es handelt sich um verschiedenste schnarrende oder knurrende Einzelrufe, niemals aber um keckernde, lachende Rufe wie beim Seefrosch.
    • Der Fersenhöcker des Teichfrosches ist flach und leicht rechtsschief.

  • Seefrosch Rana rdibunda bzw. Pelophylax ridibundus

    • Der Seefrosch besiedelt große Gewässer wie Seen, Weiher und auch Flüsse der flachen offenen Landschaft. Im Süden werden auch Kleingewässer bewohnt, in denen oft Jungtiere leben.
    • In seinem Revier ruft der Seefrosch laut quakend in Einzelrufen. Die Paarungsrufe bestehen aus einer Serie von lauten keckernden Rufen. Oft beginnen die Rufserien mit den Revierrufen und gehen dann in die typischen Paarungsrufe über, die an Lachen erinnern.
    • Der innere Fersenhöcker ist sehr flach und deutlich rechtsschief. Die 1. Zehe ist sehr lang.
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