Waldmistkäfer
(Anoplotrupes stercorosus)
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d7657 |
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Ordnung |
Coleoptera (Käfer) |
| Familie |
Geotrupidae (Mistkäfer) |
| Größe |
12 bis 19 mm |
| Verbreitung |
Europa, westliches Sibirien |
| Weblink(s) |
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Aussehen Der Waldmistkäfer besitzt einen kräftigen, ovalen Körper mit einer überwiegend schwarzblauen Färbung. Seine Flügeldecken sind durch mehrere deutliche Längsrippen gekennzeichnet und schimmern seitlich je nach Lichteinfall blau, violett oder grünlich. Auch der übrige Körper kann einen metallischen Glanz aufweisen. Der Halsschild ist breit und gewölbt, während die kräftigen Beine gut zum Graben im Boden geeignet sind. Häufig ist der Körper von kleinen Milben besiedelt, die auf der glänzenden Oberfläche als helle oder rötliche Punkte sichtbar sein können.
Lebensraum Die Art lebt hauptsächlich in Wäldern und an deren Rändern. Besonders wohl fühlt er sich in Buchenwäldern, ist aber ebenso in Misch- und Nadelwäldern anzutreffen. Dort bewegt er sich auf dem Waldboden, in der Laubstreu und auf Waldwegen. Für seine Fortpflanzung benötigt er geeignete Bodenverhältnisse, in denen er unterirdische Gänge und Brutkammern anlegen kann. Auch Lichtungen und andere offene Bereiche innerhalb des Waldes werden genutzt.
Lebensweise Der Waldmistkäfer verbringt einen großen Teil seines Lebens am Boden und zeigt eine ausgeprägte Brutpflege. Die erwachsenen Käfer graben Gänge in die Erde und legen darin Brutkammern an, die mit geeignetem organischem Material als Nahrungsvorrat für die Larven ausgestattet werden. Das Weibchen legt seine Eier in diese geschützten Bereiche, wo sich die Larven entwickeln und von den bereitgestellten Vorräten ernähren. Die Entwicklung vom Ei über die Larve und Puppe bis zum erwachsenen Käfer dauert ungefähr ein Jahr, wobei die tatsächliche Dauer von den Umweltbedingungen abhängen kann. Bei Dämmerung können die Käfer lebhaft umherfliegen, ihr Flug wirkt dabei häufig eher schwerfällig. Die erwachsenen Tiere sind darüber hinaus oft am Boden unterwegs, wo sie nach Nahrung suchen.
Nahrung Die Nahrung des Waldmistkäfers besteht überwiegend aus Kot verschiedener Tiere, beispielsweise von Rehen und Hirschen. Gelegentlich nimmt er auch Pilze, Aas und andere organische Stoffe auf. Unter bestimmten Bedingungen kann er außerdem Baumsäfte nutzen. Das gesammelte Material dient der Ernährung der erwachsenen Käfer und wird zugleich als Nahrungsvorrat für die Larven in die unterirdischen Brutkammern eingetragen. Durch das Vergraben und Zersetzen organischer Substanz trägt der Waldmistkäfer dazu bei, Nährstoffe in den Boden zurückzuführen.
Sonstiges Der Waldmistkäfer erfüllt eine wichtige Funktion im Ökosystem Wald, da er organisches Material verarbeitet und in den Boden einarbeitet. Seine Grabtätigkeit unterstützt die Durchmischung des Bodens und trägt zum natürlichen Nährstoffkreislauf bei. Besonders auffällig ist, dass sein Körper häufig von kleinen Milben besiedelt wird. Diese nutzen den Käfer als Transportmittel, um neue Lebensräume und Nahrungsquellen zu erreichen. Für den Käfer sind solche Mitbewohner nicht automatisch schädlich. Manche Arten leben als sogenannte Mitesser von organischen Resten oder nutzen den Transport, ohne ihren Wirt wesentlich zu beeinträchtigen. Der Waldmistkäfer zeigt damit beispielhaft, wie eng verschiedene Kleintiere innerhalb eines Waldökosystems miteinander verbunden sind.
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