Schatten-Mönch
(Cucullia umbratica)

Größe

Flügelspannweite
42 bis 55 mm

Cucullia umbratica
Verbreitung

fast ganz Europa,
gemäßigte Bereiche Asiens
bis in die Mongolei

Aussehen
Die Vorderflügel des Schatten-Mönchs sind überwiegend asch- bis hellgrau gefärbt und besitzen eine feine, eher unauffällige Zeichnung. Auffällig sind die schmalen, dunklen Striche im Bereich der Flügelspitze sowie ein meist nur schwach erkennbarer bräunlich-ockerfarbener Bereich auf dem Vorderflügel. Die Hinterflügel des Männchens sind überwiegend weißlich und von dunklen Adern durchzogen, während sie beim Weibchen insgesamt stärker grau erscheinen. Charakteristisch ist außerdem der behaarte, kapuzenartig vorstehende Halskragen, der für die Gattung Cucullia typisch ist.

Die Raupe ist länglich und kräftig gebaut und zeigt eine unauffällige, überwiegend bräunlich bis gräuliche Färbung mit einer kontrastreichen Zeichnung aus helleren und dunkleren Bereichen. Ihre Tarnung macht sie zwischen Blättern und bodennaher Vegetation schwer auffindbar.

Lebensraum
Der Schatten-Mönch ist wenig anspruchsvoll und besiedelt eine große Bandbreite offener Lebensräume. Dazu gehören Wiesen und Weiden mit mäßig trockenen bis mäßig feuchten Bedingungen, aber auch Gärten, Ruderalflächen, Magerrasen, Wegränder, Feldraine und Böschungen. Ebenso kann die Art in Steinbrüchen, Kies- und Schuttflächen sowie anderen offenen Landschaften vorkommen. Selbst intensiver genutzte Wiesen werden noch besiedelt, sofern geeignete Nahrungspflanzen vorhanden sind.

Lebensweise
Der Schatten-Mönch bildet in Mitteleuropa normalerweise eine Generation pro Jahr. Die Falter erscheinen vor allem von Mai bis August, mit einem Schwerpunkt im Juni und Juli, wobei regionale Unterschiede bei der Flugzeit auftreten können. Sie sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und werden auch von künstlichen Lichtquellen angelockt. Zur Nahrungsaufnahme besuchen die Falter Blüten und können dabei beispielsweise an Geißblatt beobachtet werden. Die Raupen sind hauptsächlich nachts unterwegs und halten sich tagsüber meist versteckt in Bodennähe auf. Bei warmem Wetter können sie gelegentlich auch am Tag auf Wegen oder in der Vegetation entdeckt werden. Die Verpuppung erfolgt im Boden, Dort überwintert die Art als Puppe.

Nahrung
Die Raupen ernähren sich von verschiedenen krautigen Korbblütlern. Zu den Nahrungspflanzen gehören unter anderem Löwenzahn und Wegwarte sowie Gänsedisteln. Auch andere Korbblütler werden genutzt. Die Raupen können daher in Wiesen, an Wegrändern und in anderen Bereichen mit einem entsprechenden Angebot an krautigen Pflanzen gefunden werden. Die erwachsenen Falter nehmen dagegen Blütennektar auf.

Sonstiges
Der Schatten-Mönch gehört zu den häufigsten Arten seiner Gattung in Mitteleuropa. Seine unauffällige Färbung und die schmale Flügelform helfen dem Falter dabei, in seiner Umgebung kaum aufzufallen. Besonders interessant ist die Lebensweise der Raupe: Während sie nachts an ihren Nahrungspflanzen frisst, verbringt sie den Tag meist gut verborgen in Bodennähe. Dadurch wird sie trotz ihrer relativ großen Größe nur selten entdeckt. Der wissenschaftliche Artname umbratica beziehungsweise umbraticus bezieht sich sinngemäß auf etwas, das sich im Schatten befindet, und passt damit gut zur dunklen, zurückhaltenden Erscheinung der Art.


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