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Aussehen Das Landkärtchen besitzt eine Besonderheit: Die Falter der Frühjahrs- und Sommergeneration unterscheiden sich deutlich in ihrer Färbung. Die Frühjahrsform hat orangebraune Flügeloberseiten mit schwarzen Flecken und Bändern. Die Sommerform ist überwiegend dunkelbraun bis schwarz gefärbt und trägt auffällige weiße Bänder sowie orangefarbene Zeichnungselemente. Die Unterseiten beider Formen zeigen ein feines, kontrastreiches Linienmuster, das an eine Landkarte erinnert und der Art ihren deutschen Namen gegeben hat. Männchen und Weibchen ähneln sich in der Färbung. Die unterschiedlichen Erscheinungsformen werden als Saisondimorphismus bezeichnet.
Lebensraum Der Falter bevorzugt halbschattige, eher luftfeuchte Lebensräume mit reichlich Brennnesseln und blühenden Pflanzen. Man findet es vor allem an Waldrändern, auf Waldlichtungen, an Waldwegen sowie in lichten Laubwäldern und feuchten Hochstaudenfluren. Auch gebüschreiche Wegsäume und Auen können geeignete Lebensräume sein. Wichtig sind sowohl geschützte Stellen für die Entwicklung der Raupen als auch ein ausreichendes Blütenangebot für die erwachsenen Falter.
Lebensweise In Deutschland fliegt das Landkärtchen normalerweise in zwei Generationen. Die Frühjahrsform ist etwa von April bis Juni zu beobachten, die Sommerform überwiegend von Juli bis August oder September. Bei besonders günstiger Witterung kann gelegentlich eine teilweise dritte Generation auftreten. Die Weibchen legen ihre Eier in kleinen, säulenartigen Gelegen an die Unterseite von Brennnesselblättern. Die zunächst geselligen Raupen halten sich häufig auf den Blattunterseiten auf und entwickeln sich dort ohne gemeinsames Gespinst. Nach mehreren Wochen verpuppen sie sich. Die Puppen der letzten Generation überwintern. Aus ihnen schlüpfen im folgenden Frühjahr die Falter der Frühjahrsform.
Nahrung Die Raupen ernähren sich vor allem von den Blättern der Großen Brennnessel (Urtica dioica). Sie nutzen häufig Brennnesselbestände, die an halbschattigen und geschützten Stellen wachsen. Die erwachsenen Falter saugen Nektar an verschiedenen Blüten, beispielsweise an Brombeeren und anderen blühenden Pflanzen entlang von Waldrändern und Säumen.
Sonstiges Die Raupen sind schwarz und tragen zahlreiche dunkle, teilweise verzweigte Dornen. Auffällig sind auch zwei dornartige Fortsätze auf der Kopfkapsel, durch die sie sich von manchen anderen Nesselfalterraupen unterscheiden lassen. Besonders bemerkenswert ist der ausgeprägte Saisondimorphismus: Früher hielt man die Frühjahrs- und Sommerform für unterschiedliche Schmetterlingsarten. Die Ausprägung der Färbung wird durch Umweltbedingungen während der Entwicklung beeinflusst, vor allem durch die Tageslänge und auch durch die Temperatur.
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